Heizkörper bleibt kalt
Ein oder alle Heizkörper werden nicht warm, oder nur oben bzw. nur unten
Das brauchen Sie
- Entlüftungsschlüssel
- Auffangschale und Tuch
- Kontaktthermometer (Fachbetrieb)
Der erste Schritt: Was genau bleibt kalt?
Heizwasser muss im Kreis durch den Heizkörper strömen. Wo er nicht warm wird, ist die Strömung gestört oder es kommt zu wenig Wärme an. Das Muster zeigt, ob der Fehler im Heizkörper, im Heizkreis oder im Wärmeerzeuger liegt. Fassen Sie Heizkörper und Rohre vorsichtig mit dem Handrücken an: Sie können sehr heiß sein.
Mögliche Ursachen 14
Welche es ist, zeigt der Messbaum Schritt für Schritt. Dort stehen auch Abhilfe, Dringlichkeit und wer es beheben darf.
Heizung war ausgeschaltet
Der Heizungsnotschalter oder die Sicherung der Heizung war ausgeschaltet. Ohne Netzspannung bleiben Regelung, Brenner und Umwälzpumpe stehen, deshalb wird kein Heizkörper warm. Häufig geschieht das unbemerkt, etwa durch einen kurzen Stromausfall, einen versehentlich umgelegten Notschalter oder Arbeiten im Haus. Nach dem Einschalten fährt die Anlage meist selbstständig wieder hoch.
selbst möglich
Elektrischer Fehler an der Heizung
Die Sicherung der Heizung löst wiederholt aus, oder die Anzeige bleibt trotz eingeschalteten Schaltern dunkel. Dahinter stecken meist ein defektes Bauteil mit Kurz- oder Erdschluss (Umwälzpumpe, Zündtrafo, Stellmotor), Feuchtigkeit in der Anlage oder eine durchgebrannte Feinsicherung auf der Regelplatine. Der Fehler liegt hinter dem Notschalter und führt Netzspannung, daher ist die Suche Sache der Fachleute.
Fachkraftbald beheben
Störung der Heizung
Der Wärmeerzeuger hat eine Störung gemeldet und sich deshalb abgeschaltet oder verriegelt. Er liefert keine Wärme, weil die Sicherheitskette eine Bedingung nicht erfüllt sieht (zum Beispiel Zündung, Druck, Temperatur oder Abgasweg). Was ein Code bedeutet, legt der Hersteller fest, derselbe Code kann bei verschiedenen Geräten Unterschiedliches heißen.
Fachkraftbald beheben
Wärmepumpe meldet Störung
Die Wärmepumpe liefert wegen einer Störmeldung keine oder zu wenig Wärme. Typische Ursachen sind zu wenig Heizwasserdurchfluss, Fühlerfehler, Vereisung oder Druckprobleme im Kältekreis. Bei vielen Anlagen springt dann der elektrische Heizstab als Notbetrieb ein. Das hält das Haus warm, treibt aber den Stromverbrauch stark nach oben.
Fachkraftbald beheben
Betriebsart oder Zeitprogramm falsch
Die Regelung steht auf Sommer-, Urlaubs- oder reinen Warmwasserbetrieb, in einer Absenkphase, oder die Außentemperatur liegt über der eingestellten Heizgrenze. In diesen Zuständen heizt die Anlage bewusst nicht, es liegt also kein Defekt vor. Besonders in den Übergangsmonaten oder nach einem Stromausfall (Uhrzeit und Programme verloren) kommt das oft vor.
selbst möglich
Umwälzpumpe fördert nicht
Die Umwälzpumpe läuft nicht oder ist festgesetzt (Kalk, Stillstand, Luft, defekter Motor oder Elektronik). Ohne Umlauf bleibt die Wärme im Kessel, dessen Vorlauf heiß wird, während die Heizkörper kalt bleiben. Im schlimmsten Fall überhitzt der Erzeuger und schaltet auf Störung. Vom Stillstand sind oft Anlagen betroffen, die den Sommer über nicht gelaufen sind.
Fachkraftbald beheben
Thermostatkopf regelt nicht richtig
Der Thermostatkopf stand zu niedrig, wurde durch Möbel, Vorhänge oder Verkleidungen warm eingeschätzt oder öffnet das Ventil nicht richtig. Er misst die Raumluft direkt am Heizkörper und schließt, sobald es dort warm genug erscheint. Staut sich die Wärme hinter einem Vorhang, regelt der Kopf zu früh ab, und der Heizkörper bleibt trotz Bedarf kalt.
selbst möglich
Ventilstift hatte geklemmt
Der kleine Stift im Thermostatventil saß nach langem Stillstand, oft nach dem Sommer, fest oder war verkalkt und hielt das Ventil geschlossen. Dann kommt kein Heizwasser in den Heizkörper, obwohl der Thermostat öffnen möchte. Der Stift ließ sich hier leicht bewegen und gab den Durchfluss wieder frei.
selbst möglich
Ventil fest oder undicht
Der Ventilstift steckt fest, oder das Ventil tropft und ist verkalkt oder verschmutzt. Der Heizkörper erhält dadurch kein Wasser oder das Ventil ist nicht mehr dicht. Mit Gewalt am Stift zu arbeiten, kann die Dichtung zerstören und heißes Heizwasser freisetzen.
Fachkraftbald beheben
Voreinstellung oder Rücklaufverschraubung zu weit zu
Die Voreinstellung am Thermostatventil oder die Rücklaufverschraubung ist zu weit zugedreht oder von Schmutz zugesetzt. Dadurch erhält der Heizkörper zu wenig Wasser und wird nicht richtig warm. Die Einstellung wird beim hydraulischen Abgleich festgelegt, damit alle Heizkörper den Wasserstrom erhalten, den sie brauchen. Wurde sie verstellt, entsteht ein unterversorgter Heizkörper.
Fachkraft
Heizkörper verschlammt
Schlamm und Korrosionsprodukte (oft Magnetit) lagern sich im Heizkörper ab, vor allem unten, und verengen die Kanäle. Das Wasser strömt dann nur durch einen Teil des Heizkörpers, der Rest bleibt kalt. Ursache sind meist Sauerstoffeintrag, Altanlagen oder nicht gespülte Neuinstallationen. Der Schlamm schädigt auch Pumpe und Ventile.
Fachkraft
Wenig Wärme am Heizkörper-Ende
Bei niedriger Vorlauftemperatur oder kleiner Wassermenge gibt das Wasser im oberen Teil des Heizkörpers fast alle Wärme ab und ist unten bereits kühl. Das ist bei modernen Anlagen mit niedrigen Vorlauftemperaturen oft normal. Es wird zum Problem, wenn die Räume dabei nicht warm werden, etwa weil Heizkurve, Pumpenstufe oder Heizkörpergröße nicht zum Raumbedarf passen.
Fachkraft
Vor- und Rücklauf vertauscht
Nach einem Umbau oder Heizkörpertausch sind Vor- und Rücklauf vertauscht, oder das Thermostatventil sitzt entgegen der Fließrichtung. Das Wasser durchströmt den Heizkörper dann ungünstig, es bilden sich Strömungsgeräusche, und die Wärmeabgabe sinkt. Auch die Regelwirkung des Ventils stimmt nicht mehr.
Fachkraft
Heizkreis nicht abgeglichen
Das Heizwasser nimmt den Weg des geringsten Widerstands. Nahe Heizkörper bekommen deshalb zu viel Wasser, entfernte zu wenig, und diese bleiben kalt. Ohne hydraulischen Abgleich fehlt die gezielte Verteilung der Wassermengen, und die Pumpe fördert am Bedarf vorbei.
Fachkraft