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myWerkzeug.deFehlersuche
Messbaumca. 10–40 min

Gehäuse oder Wasserhahn kribbelt

Leichter Stromschlag an Metallteilen, Gerätegehäuse, Armatur

Messbaum starten5 Schritte mit Grafik, Messpunkt und Sollwert · 8 mögliche Ursachen

Das brauchen Sie

  • Zweipoliger Spannungsprüfer
  • Niederohm-Messgerät
  • Installationstester

Der erste Schritt: Erst sichern, dann suchen

Ein Kribbeln an Metallteilen ist immer ernst: Es zeigt, dass Spannung an einem Teil liegt, das spannungsfrei sein müsste. Das Gerät nicht mehr anfassen. Zuerst die Sicherung bzw. den FI des Stromkreises ausschalten, erst dann den Stecker ziehen. Wasserhahn oder Rohr bis zur Prüfung nicht benutzen. Wer einen Stromschlag bekommen hat, sollte sich ärztlich untersuchen lassen, auch ohne Beschwerden. Wo tritt es auf?

Mögliche Ursachen 8

Welche es ist, zeigt der Messbaum Schritt für Schritt. Dort stehen auch Abhilfe, Dringlichkeit und wer es beheben darf.

  1. Gerät mit Körperschluss

    Im Gerät berührt ein spannungsführendes Teil das Metallgehäuse, und der Schutzleiter des Geräts ist unterbrochen oder hat einen zu hohen Widerstand (Anschlussleitung, Stecker).

    Fachkraftsofort handeln

  2. Schutzleiter unterbrochen

    Zwischen Verteiler und Steckdose ist der Schutzleiter offen: lose Klemme, nicht angeschlossener Schutzkontakt oder Altinstallation ohne Schutzleiter (Nullung).

    Fachkraftsofort handeln

  3. Schutzleiter mit zu hohem Widerstand

    Der Schutzleiter ist verbunden, aber eine Klemme hat Übergangswiderstand. Im Fehlerfall reicht der Strom dann womöglich nicht, um rechtzeitig abzuschalten.

    Fachkraftbald beheben

  4. Berührungsstrom durch Netzfilter

    Geräte mit Netzfilter (PC, TV, Netzteile) leiten über ihre Entstörkondensatoren einen kleinen Strom ab. Bei geerdeten Geräten fließt er über PE. Geräte ohne Schutzleiter (Schutzklasse II, z. B. Laptop-Netzteil) geben ihn an berührbare Metallteile oder angeschlossene Leitungen weiter – das ist als leichtes Kribbeln spürbar. Meist harmlos, aber zu prüfen.

    Fachkraft

  5. FI schützt nicht zuverlässig

    Der FI löst bei der Prüfung zu spät, erst bei zu hohem Strom oder gar nicht aus. Im Fehlerfall bleibt eine gefährliche Spannung bestehen.

    Fachkraftsofort handeln

  6. Kein FI vorhanden

    Ohne FI wird ein kleiner Fehlerstrom nicht abgeschaltet. In älteren Anlagen ist das häufig; ein Nachrüsten ist dringend zu empfehlen.

    Fachkraftbald beheben

  7. Schutzpotentialausgleich fehlt

    Metallrohre sind nicht oder nicht mehr mit der Haupterdungsschiene verbunden, z. B. weil bei einer Sanierung ein Kunststoffstück eingesetzt wurde. Zwischen Rohr und Schutzleiter kann dann eine Spannung entstehen.

    Fachkraftbald beheben

  8. Spannung von außen oder aus einem Gerät

    Potentialausgleich ist in Ordnung, trotzdem liegt Spannung an Metallteilen. Möglich: ein Gerät mit Wasseranschluss (Durchlauferhitzer, Waschmaschine) hat einen Fehler, oder Ströme aus dem Netz der Nachbarschaft fließen über das Rohrnetz.

    Fachkraftbald beheben

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