PV-Ertrag zu niedrig
Die Anlage liefert deutlich weniger als erwartet, ohne dass eine Störung gemeldet wird
Das brauchen Sie
- App oder Portal des Wechselrichters
- Foto vom Schattenverlauf
- Fachkraft: PV-Strommessung, Wärmebildkamera
Der erste Schritt: Was fällt auf?
Ein zu niedriger Ertrag hat sehr unterschiedliche Ursachen: von einer zu optimistischen Prognose über Schatten und Schmutz bis zu einem ausgefallenen String. Der Assistent beginnt mit Beobachtungen, die Sie gefahrlos in App oder Portal und vom Boden aus machen können. Auf das Dach steigen und an den DC-Leitungen arbeiten sollen Sie nicht.
Mögliche Ursachen 12
Welche es ist, zeigt der Messbaum Schritt für Schritt. Dort stehen auch Abhilfe, Dringlichkeit und wer es beheben darf.
Die Prognose war zu optimistisch
Die Anlage arbeitet voraussichtlich ordnungsgemäß, der Erwartungswert war aber zu hoch angesetzt. Prognosen rechnen mit langjährigen Strahlungsmitteln; ein schwaches Wetterjahr, eine ungünstigere Neigung oder Ausrichtung oder eine nicht berücksichtigte Teilverschattung senken den realen Ertrag. So entsteht eine Abweichung, ohne dass ein technischer Fehler vorliegt.
selbst möglich
Verschattung
Fällt der Schatten eines Baumes, Schornsteins, einer Antenne oder eines Nachbargebäudes auf nur wenige Zellen, bricht die Leistung des gesamten Moduls und oft des ganzen Strings ein. Der Grund liegt in der Reihenschaltung der Zellen: Die am schwächsten bestrahlte Zelle bestimmt den Strom des Stranges. Bypassdioden mildern das, können es aber nicht ganz ausgleichen.
selbst möglich
Verschmutzte Module
Pollen, Laub, Vogelkot, Staub oder Schnee dämpfen das Licht, das die Zellen erreicht. Besonders am unteren Modulrand, wo Wasser nicht gut abläuft, bilden sich Schmutzränder, die einzelne Zellreihen verschatten. Das senkt den Ertrag und kann in Einzelfällen zu örtlicher Erwärmung führen.
Fachkraft
Sichtbarer Schaden an Modulen, Kabeln oder Gestell
Sturm, Hagel, Marder oder Wärmedehnung haben Module, Leitungen oder das Montagegestell beschädigt. Gebrochenes Glas, scheuernde Leitungen oder angenagte Isolierung können Strings ausfallen lassen. Weil Module bei Licht immer Spannung führen, sind beschädigte Teile zusätzlich eine Gefahr für Personen und ein Brandrisiko.
Fachkraftsofort handeln
Einspeisung wird begrenzt
Die Leistung der Anlage wird absichtlich zurückgenommen. Gründe sind eine feste Begrenzung aus der Anschlussvereinbarung (z. B. ein Anteil der Nennleistung), eine Steuerung des Netzbetreibers per Steuerbox oder Funkrundsteuerung oder ein Energiemanager mit Nulleinspeisung. Der Wechselrichter arbeitet dann korrekt, liefert aber nicht die volle mögliche Leistung.
Netzbetreiber
Wechselrichter drosselt wegen Hitze
Wird der Wechselrichter an seinem Aufstellort zu heiß, nimmt er die Leistung zurück, um sich zu schützen. Typische Gründe sind ein Standort in der Sonne, Dachboden oder Garage ohne Luftaustausch, verschmutzte Lüftungsschlitze oder ein ausgefallener Lüfter. Gelegentlich ist auch die DC-Leistung sehr knapp ausgelegt, sodass das Gerät häufig an seiner Grenze arbeitet.
Fachkraft
Netzspannung im Ortsnetz zu hoch
Speisen viele Anlagen im selben Netzstrang gleichzeitig ein, steigt die Spannung im Ortsnetz. Überschreitet sie am Wechselrichter den zulässigen Bereich, nimmt dieser die Leistung zurück oder schaltet ab, besonders mittags bei viel Sonne. Der Ertrag bricht dann gerade in den ertragreichsten Stunden ein.
Netzbetreiber
Spannungsanhebung auf der eigenen Zuleitung
Eine lange oder zu dünne AC-Zuleitung zwischen Wechselrichter und Hausanschluss verursacht beim Einspeisen einen Spannungsunterschied. Am Wechselrichter steht dadurch eine höhere Spannung als am Zähler an, und er schaltet bei hoher Einspeisung ab. Auch eine lockere oder oxidierte Klemme erhöht den Übergangswiderstand und erwärmt die Stelle.
Fachkraftbald beheben
Stecker oder Strangsicherung eines Strings defekt
Ein lockerer, korrodierter oder falsch gecrimpter DC-Steckverbinder oder eine durchgebrannte Strangsicherung unterbricht den String teilweise oder ganz. An einem schlechten Kontakt entsteht Wärme, die den Stecker verfärben oder verschmoren lässt. Die Anlage liefert dann weniger, bleibt aber oft ohne Fehlermeldung in Betrieb.
Fachkraftbald beheben
Modulalterung, Hotspots oder defekte Bypassdiode
Ältere Module verlieren durch Alterung, Zellbrüche, Hotspots oder Delamination langsam Leistung. Fällt eine Bypassdiode aus, leitet sie nicht mehr um, und ein ganzer Modulabschnitt geht verloren. Alle Eingänge zeigen dann gleichmäßig oder einzelne Strings zeigen deutlich weniger.
Fachkraft
MPP-Tracker oder Eingang falsch konfiguriert
Die Strings sind in Ordnung, aber der Wechselrichter ist nicht passend eingestellt. Ist ein Eingang auf parallel statt unabhängig geschaltet oder werden Strings falsch zugeordnet, kann ein Teil der Leistung ungenutzt bleiben. Das tritt häufig nach Umbauten oder Erweiterungen auf.
Fachkraft
Anzeige oder Zähler messen nicht plausibel
Weichen Portal, Display und Einspeisezähler voneinander ab, liegt oft ein Einstellungsfehler vor. Beispiele sind eine falsche Zählerkonstante, ein falsches Wandlerverhältnis oder eine falsch konfigurierte Portalanbindung. Die Anlage selbst kann dann in Ordnung sein, nur die Anzeige ist verfälscht.
Fachkraft