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Messbaumca. 10–60 min

PV-Ertrag zu niedrig

Die Anlage liefert deutlich weniger als erwartet, ohne dass eine Störung gemeldet wird

Messbaum starten13 Schritte mit Grafik, Messpunkt und Sollwert · 12 mögliche Ursachen

Das brauchen Sie

  • App oder Portal des Wechselrichters
  • Foto vom Schattenverlauf
  • Fachkraft: PV-Strommessung, Wärmebildkamera

Der erste Schritt: Was fällt auf?

Ein zu niedriger Ertrag hat sehr unterschiedliche Ursachen: von einer zu optimistischen Prognose über Schatten und Schmutz bis zu einem ausgefallenen String. Der Assistent beginnt mit Beobachtungen, die Sie gefahrlos in App oder Portal und vom Boden aus machen können. Auf das Dach steigen und an den DC-Leitungen arbeiten sollen Sie nicht.

Mögliche Ursachen 12

Welche es ist, zeigt der Messbaum Schritt für Schritt. Dort stehen auch Abhilfe, Dringlichkeit und wer es beheben darf.

  1. Die Prognose war zu optimistisch

    Die Anlage arbeitet voraussichtlich ordnungsgemäß, der Erwartungswert war aber zu hoch angesetzt. Prognosen rechnen mit langjährigen Strahlungsmitteln; ein schwaches Wetterjahr, eine ungünstigere Neigung oder Ausrichtung oder eine nicht berücksichtigte Teilverschattung senken den realen Ertrag. So entsteht eine Abweichung, ohne dass ein technischer Fehler vorliegt.

    selbst möglich

  2. Verschattung

    Fällt der Schatten eines Baumes, Schornsteins, einer Antenne oder eines Nachbargebäudes auf nur wenige Zellen, bricht die Leistung des gesamten Moduls und oft des ganzen Strings ein. Der Grund liegt in der Reihenschaltung der Zellen: Die am schwächsten bestrahlte Zelle bestimmt den Strom des Stranges. Bypassdioden mildern das, können es aber nicht ganz ausgleichen.

    selbst möglich

  3. Verschmutzte Module

    Pollen, Laub, Vogelkot, Staub oder Schnee dämpfen das Licht, das die Zellen erreicht. Besonders am unteren Modulrand, wo Wasser nicht gut abläuft, bilden sich Schmutzränder, die einzelne Zellreihen verschatten. Das senkt den Ertrag und kann in Einzelfällen zu örtlicher Erwärmung führen.

    Fachkraft

  4. Sichtbarer Schaden an Modulen, Kabeln oder Gestell

    Sturm, Hagel, Marder oder Wärmedehnung haben Module, Leitungen oder das Montagegestell beschädigt. Gebrochenes Glas, scheuernde Leitungen oder angenagte Isolierung können Strings ausfallen lassen. Weil Module bei Licht immer Spannung führen, sind beschädigte Teile zusätzlich eine Gefahr für Personen und ein Brandrisiko.

    Fachkraftsofort handeln

  5. Einspeisung wird begrenzt

    Die Leistung der Anlage wird absichtlich zurückgenommen. Gründe sind eine feste Begrenzung aus der Anschlussvereinbarung (z. B. ein Anteil der Nennleistung), eine Steuerung des Netzbetreibers per Steuerbox oder Funkrundsteuerung oder ein Energiemanager mit Nulleinspeisung. Der Wechselrichter arbeitet dann korrekt, liefert aber nicht die volle mögliche Leistung.

    Netzbetreiber

  6. Wechselrichter drosselt wegen Hitze

    Wird der Wechselrichter an seinem Aufstellort zu heiß, nimmt er die Leistung zurück, um sich zu schützen. Typische Gründe sind ein Standort in der Sonne, Dachboden oder Garage ohne Luftaustausch, verschmutzte Lüftungsschlitze oder ein ausgefallener Lüfter. Gelegentlich ist auch die DC-Leistung sehr knapp ausgelegt, sodass das Gerät häufig an seiner Grenze arbeitet.

    Fachkraft

  7. Netzspannung im Ortsnetz zu hoch

    Speisen viele Anlagen im selben Netzstrang gleichzeitig ein, steigt die Spannung im Ortsnetz. Überschreitet sie am Wechselrichter den zulässigen Bereich, nimmt dieser die Leistung zurück oder schaltet ab, besonders mittags bei viel Sonne. Der Ertrag bricht dann gerade in den ertragreichsten Stunden ein.

    Netzbetreiber

  8. Spannungsanhebung auf der eigenen Zuleitung

    Eine lange oder zu dünne AC-Zuleitung zwischen Wechselrichter und Hausanschluss verursacht beim Einspeisen einen Spannungsunterschied. Am Wechselrichter steht dadurch eine höhere Spannung als am Zähler an, und er schaltet bei hoher Einspeisung ab. Auch eine lockere oder oxidierte Klemme erhöht den Übergangswiderstand und erwärmt die Stelle.

    Fachkraftbald beheben

  9. Stecker oder Strangsicherung eines Strings defekt

    Ein lockerer, korrodierter oder falsch gecrimpter DC-Steckverbinder oder eine durchgebrannte Strangsicherung unterbricht den String teilweise oder ganz. An einem schlechten Kontakt entsteht Wärme, die den Stecker verfärben oder verschmoren lässt. Die Anlage liefert dann weniger, bleibt aber oft ohne Fehlermeldung in Betrieb.

    Fachkraftbald beheben

  10. Modulalterung, Hotspots oder defekte Bypassdiode

    Ältere Module verlieren durch Alterung, Zellbrüche, Hotspots oder Delamination langsam Leistung. Fällt eine Bypassdiode aus, leitet sie nicht mehr um, und ein ganzer Modulabschnitt geht verloren. Alle Eingänge zeigen dann gleichmäßig oder einzelne Strings zeigen deutlich weniger.

    Fachkraft

  11. MPP-Tracker oder Eingang falsch konfiguriert

    Die Strings sind in Ordnung, aber der Wechselrichter ist nicht passend eingestellt. Ist ein Eingang auf parallel statt unabhängig geschaltet oder werden Strings falsch zugeordnet, kann ein Teil der Leistung ungenutzt bleiben. Das tritt häufig nach Umbauten oder Erweiterungen auf.

    Fachkraft

  12. Anzeige oder Zähler messen nicht plausibel

    Weichen Portal, Display und Einspeisezähler voneinander ab, liegt oft ein Einstellungsfehler vor. Beispiele sind eine falsche Zählerkonstante, ein falsches Wandlerverhältnis oder eine falsch konfigurierte Portalanbindung. Die Anlage selbst kann dann in Ordnung sein, nur die Anzeige ist verfälscht.

    Fachkraft

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