Wasserdruck zu niedrig oder zu hoch
Schwacher Strahl, Druck bricht ein, Wasserhammer oder tropfende Sicherheitsventile durch zu hohen Druck
Das brauchen Sie
- Druckmessgerät mit Anschluss (Fachbetrieb)
- Eimer und Litermaß
- Essig oder Zitronensäure für Perlator
- Wasserzähler ablesen
Der erste Schritt: Was fällt Ihnen am Wasserdruck auf?
Im Trinkwassernetz unterscheidet man den Ruhedruck (alle Hähne zu) und den Fließdruck (beim Zapfen). Zu niedriger Fließdruck zeigt sich als schwacher Strahl, zu hoher Ruhedruck als Schläge in der Leitung, tropfende Sicherheitsventile oder verschlissene Armaturen.
Mögliche Ursachen 16
Welche es ist, zeigt der Messbaum Schritt für Schritt. Dort stehen auch Abhilfe, Dringlichkeit und wer es beheben darf.
Perlator oder Duschkopf verkalkt
Kalk und Schmutz setzen die feinen Öffnungen des Perlators oder Duschkopfs zu. Der Querschnitt wird kleiner, der Strahl schwach, obwohl der Druck in der Leitung in Ordnung ist. Bei hartem Wasser geschieht das schnell.
selbst möglich
Eckventil oder Anschlussschlauch begrenzt den Durchfluss
Das Eckventil war nicht ganz offen, oder der Anschlussschlauch ist abgeknickt. Dadurch kommt zu wenig Wasser an der Armatur an. Der Strahl wirkt schwach, obwohl der Leitungsdruck stimmt.
selbst möglich
Armatur verstopft oder defekt
Eine Armatur ist innen durch Kalk, Rost oder Fremdkörper verstopft oder die Kartusche ist defekt. Sie lässt zu wenig Wasser durch, obwohl Zuleitung und Eckventil in Ordnung sind. Das betrifft nur diese Zapfstelle.
Fachkraft
Hauptabsperrhahn nicht ganz geöffnet
Der Absperrhahn vor dem Wasserzähler war nur teilweise geöffnet, vielleicht nach Arbeiten an der Leitung. Das drosselt den Durchfluss im ganzen Haus. Der Netzdruck ist in Ordnung.
selbst möglich
Niedriger Netzdruck beim Versorger
Auch die Nachbarn haben den schwachen Druck. Die Ursache liegt im öffentlichen Netz oder im Versorgungsgebiet: Rohrbruch, Arbeiten, hohe Last. Sie können nichts am Haus ändern.
Netzbetreiberbald beheben
Hausfilter verstopft
Der Hauswasserfilter ist durch abgelagerte Partikel zugesetzt und lässt zu wenig Wasser durch. Der Druck dahinter sinkt. Nach dem Rückspülen oder dem Tausch der Filterkerze ist der Druck wieder in Ordnung.
selbst möglich
Druckminderer zu niedrig eingestellt oder defekt
Der Druckminderer lässt zu wenig Druck durch, weil er zu niedrig eingestellt ist, verschmutzt ist oder defekt. Der Ruhedruck liegt dann unter dem erwarteten Bereich. Alle Zapfstellen sind betroffen.
Fachkraft
Leitung zu eng oder verkalkt
Alte Stahlleitungen verkalken oder rosten von innen, und enge Querschnitte führen zu großem Druckverlust. Beim Zapfen bricht der Druck an der Entnahmestelle ein, während der Ruhedruck unauffällig bleibt. Das Problem wächst über Jahre.
Fachkraft
Leckage in der Leitung
Der Wasserzähler dreht sich bei geschlossenen Hähnen, es geht also Wasser verloren. Ein Leck vermindert den Druck und richtet Feuchteschäden an. Der Schaden wächst schnell.
Fachkraftsofort handeln
Problem liegt am einzelnen Gerät
Der Leitungsdruck ist in Ordnung, das Gerät (Waschmaschine, Durchlauferhitzer, Armatur) bekommt aber zu wenig Wasser. Ursache sind verstopfte Zulaufsiebe, falsche Einstellungen oder zu enge Anschlussleitungen.
Fachkraft
Leitungsnetz für den Bedarf zu klein
Die Leitungen sind für den heutigen Spitzenbedarf zu eng. Werden mehrere Verbraucher gleichzeitig genutzt, bricht der Druck ein. Zusätzliche Verbraucher ohne Prüfung der Leitung verschärfen das.
Fachkraft
Druckstoß durch schnell schließendes Ventil
Ein schnell schließendes Ventil (Magnetventil, Einhebelmischer) bremst die Wassersäule abrupt, es entsteht ein Druckstoß. Hoher Ruhedruck und fehlende Dämpfung verstärken ihn. Dauerhaft schädigt das Dichtungen und Verbindungen.
Fachkraft
Lose Rohrschellen
Lose oder fehlende Rohrschellen lassen Leitungen bei Druckschwankungen gegen Wand und Balken schlagen. Das Geräusch entsteht aus Mechanik, nicht aus dem Wasserdruck. Zusätzlich verstärken Druckstöße den Effekt.
Fachkraft
Druckminderer fehlt oder ist falsch eingestellt
Ohne Druckminderer, oder mit falsch eingestelltem, liegt der volle Netzdruck an der Hausinstallation an, oft 8 bis 10 bar (nach Katalogangabe), gewünscht sind hinter dem Minderer meist 3 bis 4 bar. Zu hoher Druck verkürzt die Lebensdauer von Armaturen und Geräten, lässt Sicherheitsventile tropfen und führt zu Geräuschen.
Fachkraftbald beheben
Ventilsitz im Druckminderer verschlissen
Der Ventilsitz im Druckminderer ist verschlissen und dichtet nicht mehr. Bei Stillstand, etwa nachts, steigt der Druck allmählich auf den Netzdruck an. Das ist an steigendem Ruhedruck zu erkennen.
Fachkraftbald beheben
Schwankender Netzdruck
Der Netzdruck des Versorgers schwankt, etwa mit Tageszeit oder Last. Ohne Druckminderer überträgt sich das auf das Haus. Das lässt sich nur mit Auskunft des Versorgers und einem Minderer in den Griff bekommen.
Netzbetreiber
Passende Fehlerbilder im Katalog
- Wasserdruck zu hochArmaturen pfeifen, Schläge in Leitungen, Sicherheitsventile tropfen.Vorsicht
- Wasserdruck zu niedrigAus Hähnen und Dusche kommt wenig Wasser.geringe Gefahr
- Wasserleitung pfeift, singt oder brummt beim ZapfenEin Pfeifen oder Brummen beim Wasserzapfen kommt meist von einem schwingenden Druckminderer, zu hohem Druck oder einem verengten Ventil.geringe Gefahr