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Wärmebehandlung von Stahl

Glühen, Härten, Anlassen, Vergüten, Einsatzhärten und Nitrieren: Temperatur, Ablauf und Zweck.

500 °C600 °C700 °C800 °C900 °C1000 °C00,20,40,60,811,21,41,6Härten, NormalglühenWeichglühenSpannungsarmglühenS (0,77 %)A3 (GS)Acm (SE)A1 = 727 °C (PSK)AustenitFerrit + PerlitPerlit + ZementitKohlenstoffgehalt in %Temperatur
Vereinfachter Ausschnitt des Eisen-Kohlenstoff-Diagramms. Unlegierte Stähle bis 0,77 % C werden 30 bis 50 K über der Linie GS gehärtet, darüber knapp über A1.
VerfahrenTemperaturAblaufZweck
Spannungsarmglühen550 – 650 °Chalten, langsam abkühlenEigenspannungen nach Schweißen oder Zerspanen abbauen
Weichglühen680 – 720 °Clange halten, sehr langsam abkühlengut zerspanbar und umformbar machen
Normalglühen30 – 50 K über Ac3 (≈ 850 – 920 °C)kurz halten, an ruhender Luft abkühlenfeines, gleichmäßiges Gefüge
Härten≈ 780 – 850 °C (C-Stahl), legiert nach Datenblattdurchwärmen, in Wasser, Öl oder Luft abschreckenhartes Martensitgefüge
Anlassen150 – 650 °Cnach dem Härten halten, abkühlenSprödigkeit nehmen, Zähigkeit einstellen
VergütenHärten + Anlassen bei 500 – 650 °Czwei Schrittehohe Festigkeit bei guter Zähigkeit
EinsatzhärtenAufkohlen ≈ 880 – 950 °C, dann HärtenRandschicht mit Kohlenstoff anreichernharte Oberfläche, zäher Kern
Nitrieren≈ 500 – 580 °Clange in Stickstoff abgebender Umgebungverschleißfeste Randschicht ohne Verzug
Induktions- und FlammhärtenRandschicht kurz auf Härtetemperaturörtlich erwärmen, sofort abschreckennur Funktionsflächen härten
Ac3 ist die Temperatur, ab der das Gefüge vollständig austenitisch ist; sie hängt vom Kohlenstoffgehalt ab. Für legierte Stähle gelten die Temperaturen des Werkstoffdatenblatts.

Quelle: DIN EN ISO 4885 (Begriffe), DIN EN 10083 und Fachliteratur der Werkstofftechnik, sinngemäß, Stand 2026. Richtwerte für die Praxis, maßgeblich sind die gültigen Normen und Herstellerangaben.

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