Wärmebehandlung von Stahl
Glühen, Härten, Anlassen, Vergüten, Einsatzhärten und Nitrieren: Temperatur, Ablauf und Zweck.
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| Verfahren | Temperatur | Ablauf | Zweck |
|---|---|---|---|
| Spannungsarmglühen | 550 – 650 °C | halten, langsam abkühlen | Eigenspannungen nach Schweißen oder Zerspanen abbauen |
| Weichglühen | 680 – 720 °C | lange halten, sehr langsam abkühlen | gut zerspanbar und umformbar machen |
| Normalglühen | 30 – 50 K über Ac3 (≈ 850 – 920 °C) | kurz halten, an ruhender Luft abkühlen | feines, gleichmäßiges Gefüge |
| Härten | ≈ 780 – 850 °C (C-Stahl), legiert nach Datenblatt | durchwärmen, in Wasser, Öl oder Luft abschrecken | hartes Martensitgefüge |
| Anlassen | 150 – 650 °C | nach dem Härten halten, abkühlen | Sprödigkeit nehmen, Zähigkeit einstellen |
| Vergüten | Härten + Anlassen bei 500 – 650 °C | zwei Schritte | hohe Festigkeit bei guter Zähigkeit |
| Einsatzhärten | Aufkohlen ≈ 880 – 950 °C, dann Härten | Randschicht mit Kohlenstoff anreichern | harte Oberfläche, zäher Kern |
| Nitrieren | ≈ 500 – 580 °C | lange in Stickstoff abgebender Umgebung | verschleißfeste Randschicht ohne Verzug |
| Induktions- und Flammhärten | Randschicht kurz auf Härtetemperatur | örtlich erwärmen, sofort abschrecken | nur Funktionsflächen härten |
Ac3 ist die Temperatur, ab der das Gefüge vollständig austenitisch ist; sie hängt vom Kohlenstoffgehalt ab. Für legierte Stähle gelten die Temperaturen des Werkstoffdatenblatts.
Quelle: DIN EN ISO 4885 (Begriffe), DIN EN 10083 und Fachliteratur der Werkstofftechnik, sinngemäß, Stand 2026. Richtwerte für die Praxis, maßgeblich sind die gültigen Normen und Herstellerangaben.