Schutz bei Überlast (Schutzorgan und Leitung)
Schutzorgan und Leitung passen zusammen, wenn Betriebsstrom ≤ Bemessungsstrom ≤ Belastbarkeit gilt und der große Prüfstrom höchstens das 1,45-Fache der Belastbarkeit erreicht.
- Iz
- Strombelastbarkeit der Leitung (mindestens) A · kA
- In
- Bemessungsstrom des Schutzorgans A
- k2
- Faktor großer Prüfstrom (I_2 = k_2 · I_n) –
- IB
- Betriebsstrom des Stromkreises A · kA
Die Formel umgestellt
- nach Iz Strombelastbarkeit der Leitung (mindestens)Iz=k2·In1,45
- nach In Bemessungsstrom des SchutzorgansIn=1,45·Izk2
- nach k2 Faktor großer Prüfstrom (I_2 = k_2 · I_n)k2=1,45·IzIn
Größen und Einheiten
| Zeichen | Größe | Einheiten |
|---|---|---|
| Iz | Strombelastbarkeit der Leitung (mindestens) | A, kA |
| In | Bemessungsstrom des Schutzorgans | A |
| k2 | Faktor großer Prüfstrom (I_2 = k_2 · I_n) | ohne Einheit |
| IB | Betriebsstrom des Stromkreises | A, kA |
Merke
Zwei Bedingungen: I_B ≤ I_n ≤ I_z und I_2 ≤ 1,45 · I_z. Beim LS-Schalter ist I_2 = 1,45 · I_n – dann genügt I_n ≤ I_z. Bei der Schmelzsicherung gG (I_2 = 1,6 · I_n) muss die Leitung rund 10 % mehr tragen als I_n. Den Betriebsstrom I_B rechnet die Formel nicht – er bestimmt nur, welches I_n mindestens nötig ist.
In der Praxis
Zuordnung von Leitungsschutzschalter oder Sicherung zur Leitung nach DIN VDE 0100-430:2010-10 (sinngemäß): erst I_B ermitteln, dann I_n wählen, dann prüfen, ob die Leitung unter den tatsächlichen Verlegebedingungen (Formel „Strombelastbarkeit mit Umrechnungsfaktoren“) genug I_z hat.
Beispiel
Ein Stromkreis wird mit einer Schmelzsicherung gG 25 A (I_2 = 1,6 · I_n) geschützt. Welche Strombelastbarkeit muss die Leitung mindestens haben?
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Strombelastbarkeit mit UmrechnungsfaktorenAbschaltstrom von LeitungsschutzschalternAbschaltbedingung (größte Schleifenimpedanz)Mindestquerschnitt bei Kurzschluss